Haben Sie sich schon einmal gefragt, wem das Internet eigentlich gehört? Ein Blick auf die aktuellen Marktbewertungen zeigt ein erschreckendes Bild: US-Tech-Konzerne wie Microsoft oder Nvidia sind mittlerweile wertvoller als alle Unternehmen in Europa zusammen. Doch was bedeutet diese gewaltige Machtkonzentration für uns – die Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen? Sind wir nur noch Passagiere im Flugzeug der Tech-Giganten?

Die Analyse: Warum die Schere immer weiter aufgeht
Der aktuelle Bericht des Handelsblatts verdeutlicht ein noch größeres Ungleichgewicht zwischen den europäischen und den US-Unternehmen. Während die sogenannten “Magnificent Seven” (dazu gehören Apple, Microsoft, Amazon, Nvidia, Tesla, Alphabet und Meta) immer stärker im Vergleich zu ihren europäischen Konkurrenten werden, kämpft Europa mit Bürokratie und kleinteiligen Märkten.
Was ist der Hauptgrund für diese Entwicklung? Eindeutig die künstliche Intelligenz. Unternehmen wie Nvidia liefern die Werkzeuge, um das “Gold” aus den Gräbern herauszuschaufeln, gleichzeitig stellen Unternehmen wie Microsoft oder Google die Infrastruktur, auf der unter anderem die künstliche Intelligenz läuft. Das Geld fließt also dorthin, wo die Daten und Rechenpower sind, und das ist heute fast komplett in den USA.

Web-Technologie: Die Gefahr der totalen Abhängigkeit
Für uns als Online-Unternehmer hat diese Dominanz viele Auswirkungen auf unsere Web-Technologie. Fast jedes Business-Tool, das wir heutzutage nutzen, stammt von einem dieser großen genannten Tech-Unternehmen:
- Infrastruktur: Hosting läuft meist bei AWS oder Google Cloud.
- Produktivität: Sehr oft wird Microsoft 365 oder Google Workspace von Unternehmen genutzt.
- Marketing: Wir sind von den komplexen Algorithmen von Meta und Alphabet abhängig.
Das Problem in dieser Sache ist ein sogenannter „Vendor Lock-in“. Wir machen uns so sehr abhängig von einem dieser Tech-Unternehmen, dass ein Wechsel fast nicht möglich oder sehr teuer werden kann. Wenn zum Beispiel eines dieser eben genannten Unternehmen die Preise erhöht oder die Nutzungsbedingungen plötzlich ändert, haben wir als kleine Unternehmen keine Wahl mehr, wir können eigentlich nur mitspielen.
IT-Sicherheit: Ein zweischneidiges Schwert
Aus Sicht der IT-Sicherheit ist es wie bei einem zweischneidigen Schwert. Einerseits bieten Konzerne wie Microsoft sehr hohe Sicherheitsstandards, die ein Unternehmen wie unseres niemals selbst erreichen kann.
Andererseits entsteht ein sogenanntes Klumpenrisiko. Wenn ein einziger zentraler und großer Dienst eines dieser Tech-Giganten ausfällt (wie wir es bei großen Cloud-Störungen oft beobachten), stehen auf der Welt Millionen von Business-Webseiten und E-Mail-Konten gleichzeitig still. Für einen Solo-Selbstständigen bedeutet das: Wenn der Tech-Gigant auch nur etwas hustet, bekommt Ihr eigenes Business so etwas wie eine Lungenentzündung, die deutlich schadhafter für Sie sein kann als beim Tech-Giganten selbst.
Leseempfehlung: Beherrschen IT-Unternehmen die Zukunft der Weltwirtschaft?
Was Sie jetzt tun können: Digitale Souveränität schützen
Man kann und muss die Tools der großen Tech-Giganten nutzen, um erst wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber man sollte das Ganze mit einer Strategie verfolgen. Hier sind drei praktische Tipps für Ihr Online-Business:
- Diversifizieren Sie Ihre Tools: Nutzen Sie nicht nur einen einzigen Anbieter für all Ihre Dienste .Nutzen Sie beispielsweise E-Mail-Marketing von einem Anbieter und Hosting von einem anderen Anbieter.
- Setzen Sie auf europäisches Hosting: Bei der Wahl Ihres Webhostings lohnt sich der Blick auf sehr gute europäische Alternativen wie IONOS. Hier profitieren Sie zudem von strengen Datenschutzregeln (DSGVO) und einer soliden Infrastruktur, die nicht nur ganz von US-Entscheidungen abhängt und somit für SIe vorteilhafter sein kann.
- Erstellen Sie Backups außerhalb der Cloud: Speichern Sie Ihre wichtigsten Geschäftsdaten und Webseiten-Backups stets an einem anderen unabhängigen Ort, an dem Ihre ganzen Daten auf jeden Fall sicher aufgehoben sind.
Fazit
Die Tatsache, dass Tech-Giganten wie Nvidia und Microsoft die Weltwirtschaft dominieren, lässt sich nicht ignorieren. Es ist leider kein vorübergehender Trend, sondern eine Verschiebung der globalen Wirtschaftskraft. Diesen Plattformen den Rücken zu kehren wäre jedoch auch unrealistisch und geschäftsschädigend. Beispielsweise ist die Effizienz von Google Workspace oder die Reichweite von Meta für Solo-Selbstständige oft ein sehr wichtiger Faktor für ihr eigenes Geschäft. Wir können in dieser Welt jedoch weiter handlungsfähig und sicher bleiben, wenn wir die zukünftigen Entwicklungen aufmerksam beobachten, analysieren und unsere Web-Technologie nicht blind an nur einem Anbieter binden. Wir können also entscheiden, wie wir mit dieser Realität umgehen können, und das zählt.
Bleiben Sie digital souverän!
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